tex-lock textil fahrradschloss

Innovatives Fahrradschloss aus Textilfasern

Einem Leipziger Unternehmen ist es gelungen, ein Fahrradschloss aus Textilien herzustellen. Diese Neuentwicklung soll so sicher wie eine Stahlkette sein und dennoch die leichten, flexiblen und schönen Eigenschaften von Textil aufweisen.

Fahrradschlösser sehen weder gut aus, noch sind sie kompakt und handlich. Die meisten von den erhältlichen Modellen klappern und entpuppen sich schon nach kurzer Zeit als wahre Schwergewichte. Alexandra Baum haben diese Tatsachen schon seit Ihrer Kindheit genervt. Die Leidenschaftliche Radfahrerin aus Leipzig hatte während einer Auftragsentwicklung für einen Kunden, die Idee ein eigenes Produkt zu entwerfen. Bei diesem Produkt handelt es sich um ein Fahrradschloss aus Textilien, welches sich nicht nur durch ein geringes Gewicht und eine hohe Flexibilität auszeichnet, sondern auch vom Aussehen her auf ganzer Linie überzeugt.

Ihre Idee wurde bereits 2015 ein marktreifes Produkt umgesetzt, das heute unter dem Namen „Tex-Lock“ erhältlich ist. Alexandra schreibt mit Ihrer Idee eine sächsische Erfolgsgeschichte, denn bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart im März 2018 waren die ersten 8000 Exemplare der innovativen Fahrradschlösser verkauft. Der anvisierte Jahresumsatz des Start-ups aus Leipzig beträgt für 2018 zwei Millionen Euro.

Textil- statt Stahlseil

Bei dem innovativen Schloss kommt ein Textilseil aus äußerst stabilen Fasern zum Einsatz. An den Enden befinden sich zwei unterschiedlich große Metallösen. Diese werden mit einem Bügelschloss verbunden. Dank seiner innovativen Konstruktion ist das Tex-Lock-Fahrradschloss nicht nur flexibel, sondern auch leicht. Ein Meter Textil-Seil wiegt rund 500 Gramm.

Das Tex-Lock-Fahrradschloss wird zunächst in vier unterschiedlichen Farben und in drei Längen (80, 120, 160 cm) erhältlich sein. In Zukunft sind noch weitere Versionen geplant. Der Preis liegt je nach Modell zwischen 110 und 130 Euro. Angaben von Alexandra Baum zufolge, handelt es sich bei Tex-Lock um ein Qualitätsprodukt, das sich durch die typische „Made in Germany“ Qualität auszeichnet und keinesfalls ein Massenerzeugnis ist. Das Start-up umfasst mittlerweile ein Dutzend Mitarbeiter.

Innovative Technologien aus Leipzig

Das Produkt wird von einer überschaubaren Anzahl an Technikern in einer kompakten Manufaktur in Leipzig-Plagwitz zusammengebaut. Als Produktionsanlage dient eine alte Industriekathedrale. Dort werden die Textil-Seile zurechtgeschnitten und zu einem fertigen Produkt montiert. Dabei ist die technische Grundlage des Produkts keinesfalls ein revolutionäres Erzeugnis. Alexandra Baum zufolge werden bei der Herstellung des Fahrradschlosses handelsübliche Materialien eingesetzt. Den Unterschied macht die Kombination von Fasern und Lagen aus, die vorher noch keiner so eingesetzt hat.

Die Entwicklung befindet sich zurzeit in der Patentierungsphase. Die Textilseile werden direkt von einem fränkischen Zulieferer bezogen, der schon seit Jahrzehnten in der Automobilindustrie tätig ist und zahlreiche bekannte Unternehmen mit diversen Kabelummantelungen beliefert. Das Fahrradschloss ist zwar nicht unzerstörbar, es bietet aber mindestens ein gleiches Maß an Sicherheit wie ein traditionelles Fahrradschloss aus Stahl.

Zahlreiche Auszeichnungen

Die Idee zu einem sicheren und flexiblen Fahrradschloss, das man überallhin schnell und bequem mitnehmen kann, kam Ende 2013 zustande. „Ich hatte es satt, mein klobiges Fahrradschloss ständig mit mir herumtragen zu müssen, wenn ich mit meinem Fahrrad unterwegs bin. Es war Zeit, etwas Neues zu versuchen.„, erzählte Andrea.

Als erstes machte sie ihre Kollegin und Mitbegründerin Suse Brand mit ihrer innovativen Idee vertraut. Danach wurde zuerst eine Machbarkeitsstudie an der Hochschule Hof erstellt. Im Jahr 2015 bekamen die beiden Start-up-Gründerinnen ein Gründerstipendium des Bundes und anschließend ein Technologiestipendium, das Ihnen von der Sächsischen Aufbaubank zugesprochen wurde.

Durchbruch dank Crowdfunding

Der große Durchbruch gelang 2017 mit einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter. Die ersten 2220 Exemplare wurden im Rahmen der Kampagne reserviert. Nachdem ein Online-Shop ins Netz gestellt wurde gingen mehr als 6000 Pre-Orders ein. In einem relativ kurzen Zeitraum, konnte das junge Start-up auf diese Weise fast 700.000 Euro einnehmen, mit denen die Produktion kräftig angekurbelt wurde. Der Lohn ihrer akribischen Arbeit sind zahlreiche Awards und Auszeichnungen, wie beispielsweise der Innovation-Award 2017 oder der German Design Award 2018. Seit dem offiziellen Verkaufsstart im März 2018 klettern die Verkaufszahlen kontinuierlich weiter.

Das innovative Fahrradschloss Tex-Lock ist zurzeit bei mehr als 120 Händlern erhältlich. Das Ziel des Unternehmens ist es, noch in diesem Jahr 25 000 Exemplare zu verkaufen. An dieser Stelle möchten wir uns bei den Kollegen von sz-online.de bedanken, deren Artikel uns als Quelle gedient hat.